Isch hab Volksleiden!

Und, wie war euer Wochenende?

Meins war … schmerzhaft. Ich hatte Rücken. Und damit Volksleiden Nummer eins. Als ich am Freitag auf dem Weg zur Arbeit aus dem Auto stieg machte es kurz Ritsch-Ratsch (tatsächlich nicht knack) im unteren Lendenwirbelbereich und schon war sie da - die Bewegungsunfähigkeit. Ich habe sowas nicht oft - vielleicht einmal im Jahr, eher weniger. Wenn die bösen Rückenschmerzen jedoch kommen, dann ist’s wirklich nicht lustig. Wobei, eigentlich ist es ganz amüsant. Wenn ich nämlich vor dem Spiegel stehe und versuche mich gerade auszurichten sehe ich aus wie der schiefe Turm von Pisa. Es ist mir nicht möglich eine gerade Körperhaltung einzunehmen. Furchtbar. Das ganze Wochenende habe ich dann irgendwie mehr schlecht als recht und mit vielen Schmerzmitteln versucht mich auf den Beinen zu halten und meinen Notdienst durchzuführen (was am Samstag noch gelang, am Sonntag war es unmöglich). Gestern Abend dann die Befreiung in Form von meiner Personalchefin Kathrin. Die ist zum einen glücklicherweise gut mit meiner Frau befreundet, was erklärt, wieso sie Sonntag Abend bei mir auf der Couch rumhängt, zum anderen war die Gute im früheren Leben Physiotherapeutin. Ich also so, Du kriegst nur was zu trinken, wenn du mir den Rücken wieder in Ordnung bringst!
Und da Kathrin sehr gern was zu trinken wollte war sie so nett auf mir herumzutrampeln wie auf einer ausgetrockneten Feuerqualle und Simsalabim - es war tatsächlich besser. Richtig Klick hat es aber erst heute früh bei der Physiotherapie gemacht. Nachdem mir die Therapeutin den Muskelbereich über meiner Lendenwirbelsäule auf äußerst schmerzhafte Weise weichgeknetet hatte gelang es ihr tatsächlich die Ursache, nämlich ein disloziertes Facettengelenk, wieder einzurenken. Seitdem springe ich wieder rum wie ein junges Reh (ok, schlechtes Beispiel, das klebte schließlich unlängst an meiner Kühlerhaube).

Aber was ist denn nun eigentlich die Ursache für diese doofen Rückenprobleme? Hier gibt’s eine ganze Sandbox an Möglichkeiten. Vom unspezifischen chronischen oder akuten Rückenschmerz bis zur Osteoporose oder sogar Tumoren bzw. Metastasen gibt es da keinerlei Einschränkungen. Das ist sowohl für den Patienten als auch für den Arzt ziemlich frustrierend.

Am besten wir fangen an uns dem Thema mal über den Unterschied zwischen chronischen und akuten Rückenschmerzen zu nähern. Dabei handelt es sich bei chronischen Schmerzen um alles, was irgendwie länger als sechs Wochen geht. Unter akuten Schmerzen versteht man das, was mich am Wochenende gequält hat. Gerade noch hui, aus dem Auto ausgestiegen und tadaa, aber sowas von pfui. Dabei ist es in der Regel so, dass akute Schmerzen auch schnell wieder gehen (in der Regel heißt natürlich nicht immer, denn die Ausnahme bestätigt ja schließlich die Regel, na ihr wisst schon). Die Gründe für akute Rückenschmerzen sind oft gar nicht so einfach zu benennen. Manchmal, wie in meinem Fall, kann man davon ausgehen, dass sogenannte Facettengelenke ausgerenkt sind. Diese Art von Gelenken ist in der Wirbelsäule in Massen vorhanden und beschreibt im Grunde genommen diejenigen Stellen, bei denen sich die linken und rechten Seiten der, kompliziert geformten Wirbelkörper berühren. Diese Berührungspunkte können sich ineinander verhaken und das tut weh. In der Konsequenz geschieht etwas, was wir guarding nennen. Die Muskeln über den geschädigten Gelenken machen zu. Sie spannen sich an und versuchen den Ort des Geschehens erstmal zu schützen. Diese krampfenden Muskeln tun dann nochmal mehr weh und der ganze Körper geht in Schonhaltung. Und die, wer hätte es gedacht, tut dann natürlich auch wieder weh, weil andere Muskelgruppen unnatürlich und über Gebühr belastet werden. Behandeln kann man das eigentlich nur mit Schmerzmitteln, Muskelentspannern und viel Bewegung. Und wenn man Glück hat bekommt man halt nen Termin bei einem Physiotherapeuten, der diese Facettengelenke wieder ins Gleichgewicht bringen kann. Oft muss man aber einfach nur Geduld haben und… Achtung Standardempfehlung: Abnehmen, Rücken stärken und viel bewegen. Funktioniert manchmal, aber lange nicht immer.

Chronische Rückenschmerzen sind da eine ganz andere Liga. Hier kann zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall ursächlich sein, der nicht ordentlich verheilt ist oder schlecht behandelt wurde. Außerdem sind Einengungen des Rückenmarkskanals oder unentdeckte Brüche der Wirbelsäule (das gibt es öfter, als man denkt) übliche Verdächtige. Aber das ist einanderes Thema, mit dem ich euch auch ein anderes Mal langweile. Es ist nämlich so. Mein “Wie blogge ich richtig?”-Buch sagt, dass man einen Blog in fünf Minuten gelesen haben sollte.

Na und die sind mit Sicherheit um.

Bis bald.

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